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Trainingsbereich: Leichtigkeit – So kann Stress dir nichts mehr anhaben

|6 Min. Lesezeit|Von Flow Lab Team
Trainingsbereich: Leichtigkeit – So kann Stress dir nichts mehr anhaben

Hast du auch manchmal das Gefühl, es kommt wieder alles auf einmal und deine nicht endende To Do-Liste überfordert dich? Bist du gestresst oder hast du Angst vor einer herausfordernden Situation und würdest dich am liebsten verkriechen, bis es vorbei ist?

Im hektischen Alltag verlieren wir oft unsere Ruhe und Ausgeglichenheit – und damit unsere Leichtigkeit.

Wie Emotionen dich beeinflussen

Leichtigkeit ist neben Fokus, Optimismus und Wachstum einer der wichtigsten Fähigkeitsbereiche, um in den Flow zu kommen. In diesem Bereich werden Emotionsregulierung, Stressmanagement und Emotionale Intelligenz trainiert, damit du auch in stressigen Situationen angstfrei und gelassen bleiben kannst.

Emotionen begleiten uns in jeder Lebenslage und ob wir sie bewusst wahrnehmen oder nicht – sie beeinflussen unsere Gedanken und Handlungen. Sind wir gut gelaunt, gelassen und ausgeglichen, trauen wir uns viel eher Herausforderungen zu, werden kreativer und können über uns hinauswachsen.

Psychologin Barbara Fredrickson erklärt mit ihrer "Broaden-and build" Theorie, wie wichtig positive Emotionen sind. Sie geben dir nämlich nicht nur ein gutes Gefühl, sondern erfüllen auch wichtige Funktionen: Positive Emotionen verändern dein Erleben und deine Wahrnehmung, was dazu führt, dass du auf neue Ideen kommst und auch deine Beziehungen gestärkt werden. Dadurch kannst du neue Fähigkeiten und Ressourcen entwickeln, auf die du in der Zukunft zurückgreifen kannst.

Aber nicht nur positive Emotionen beeinflussen unser Denken und Handeln. Denn fehlt es uns an Leichtigkeit, stehen uns Gefühle von Stress, Überforderung und Angst im Weg, wenn wir eine herausfordernde Aufgabe vor uns haben.

Bei der Verarbeitung all dieser Emotionen leistet dein Gehirn ganz schöne Arbeit! Innerhalb kürzester Zeit entschlüsselt es relevante Informationen und leitet diese weiter, damit du direkt auf emotionale Reize reagieren kannst.

Leichtigkeit im Gehirn

Die Entstehung und Verarbeitung von Emotionen geschieht im limbischen System. Dieses umfasst verschiedene Hirnstrukturen:

Die Amygdala ist die zentrale Region für die Verarbeitung von Emotionen. Sie entschlüsselt relevante Informationen innerhalb von Millisekunden und kann dadurch z.B. bewirken, dass eine Person in Gefahrensituationen schnell handeln kann. Außerdem ist die Amygdala daran beteiligt, relevante emotionale Informationen zu speichern.

Direkt über den Augen befindet sich der orbitofrontale Cortex. Er lässt dich erkennen, ob eine Situation gerade emotional und motivational relevant für dich ist. Hältst du z.B. gerade einen Vortrag, wirst du diese Reize dank deines orbitofrontalen Cortex als wichtig bewerten.

Zuletzt gibt es noch den cingulären Cortex, der für die Emotionsregulation zur Aufgabe verantwortlich ist. Außerdem stellt er fest, inwiefern dein aktueller von deinem erwünschten Zustand abweicht und leitet das an andere Strukturen weiter, um dein Verhalten anzupassen.

Wieso verlieren wir unsere Leichtigkeit?

Früher mag es überlebenswichtig gewesen sein, unter ständiger Anspannung und Angst zu leben, um sich auf Gefahrensituationen vorzubereiten. Wer zu entspannt war und dann von einem Säbelzahntiger überrascht wurde, hat nicht überlebt.

Heutzutage wartet kein Wildtier mehr hinter der nächsten Ecke auf uns, und trotzdem macht sich dieser Urinstinkt der Angst oft noch bemerkbar. Psychologe und Neurowissenschaftler Dr. Rick Hanson nennt das Negativitätsverzerrung: Wir stellen uns auf das Schlimmste ein und schenken dem Negativen viel mehr Aufmerksamkeit als dem Positiven – das Gehirn wirke wie Klett für negative Erfahrungen und wie Teflon für positive.

Dadurch verlieren wir schnell unsere Leichtigkeit und verhindern Flow.

Die gute Nachricht ist: Du kannst lernen, deine Emotionen zu regulieren und dich nicht mehr von deinen Gefühlen kontrollieren zu lassen, sondern selber Einfluss auf deine Gefühle zu nehmen. Dadurch kannst du Stress als Herausforderung, statt als Bedrohung sehen und weiterhin gelassen und ruhig bleiben.

Wieso ist das wichtig für Flow?

Um in den Flow zu kommen, brauchen wir ein optimales Stresslevel, das uns fordert, aber nicht überfordert. Wir wollen also in stressigen Situationen ruhig und gelassen bleiben, ohne uns vom Stress aus der Bahn werfen zu lassen und müssen dafür lernen, unsere Emotionen zu regulieren.

Diese Fähigkeit beeinflusst nicht nur dein Wohlbefinden, sondern auch deinen Fokus. Um in den Flow zu kommen, brauchst du einen klaren Kopf. Das geht allerdings nur, wenn deine Emotionen nicht mit deinem eigenen Fokus verschwimmen.

Was wird im Bereich Leichtigkeit trainiert?

Damit du Stress und Angst in Gelassenheit und positive Emotionen umwandeln kannst, trainierst du zunächst deine Ausgeglichenheit. So wirst du dich in stressigen Situationen von der Aufregung nicht mehr negativ beeinflussen lassen.

Dafür ist es wichtig, dich von vergangenen Misserfolgen distanzieren zu können und sie loszulassen. Flow bedeutet nämlich, im Hier und Jetzt zu sein und seine Energie nicht an Situationen zu verschwenden, die mal nicht nach Plan gelaufen sind.

Leichtigkeit beinhaltet außerdem das Stärken deiner emotionalen Intelligenz. Genauer gesagt vermitteln dir die Übungen, wie du deine eigenen Gefühle wahrnehmen, ihre Auswirkung auf deine Stimmung verstehen und deine Emotionen erfolgreich regulieren kannst.

Wie schaffe ich das?

Du entscheidest, mit wie viel Leichtigkeit du durch den Alltag gehst – es ist nämlich alles eine Frage des Trainings. Dein Flowprogramm umfasst alle relevanten, wissenschaftlich fundierten Methoden für mehr Gelassenheit und positive Emotionen:

Atemtechniken

Die im Flowtraining integrierten Atemtechniken sorgen für eine sofortige Entspannung durch die Aktivierung des sogenannten parasympathischen Nervensystems. Anders als das sympathische Nervensystem ist dieses für Entspannung und die Rückkehr zum Ruhezustand verantwortlich.

Da das parasympathische Nervensystem mit der Atmung verbunden ist, kann es durch gezielte Atemübungen aktiviert werden.

Stressmanagement

Stressbewältigung beschreibt eine Zusammenfassung aller Methoden, um mentale Belastungen durch Stress zu reduzieren. Zusätzlich werden Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit bei Krisen, sowie die Selbstregulierung gestärkt, um in stressigen Situationen die Gesundheit und Leistungsfähigkeit aufrecht zu halten.

Besonders kognitive Umbewertungen sind eine hilfreiche Technik, um Stress zu minimieren. Das transaktionale Stress-Bewältigungs-Modell von Lazarus beschreibt, dass nicht eine Reizsituation an sich, sondern die kognitive Bewertung darüber entscheidet, ob du Stress empfindest oder nicht.

PMR (Progressive Muskelrelaxation)

Der amerikanische Arzt Edmund Jacobson entwickelte diese Entspannungstechnik. Hier werden nacheinander bestimmte Muskelgruppen angespannt. Die maximale Spannung wird für ein paar Sekunden gehalten und dann wieder gelöst. Wenn du gerade viel Stress empfindest, kannst du mit PMR Spannungen lösen und dich wieder entspannen.

Autogenes Training

Autogenes Training ist eine autosuggestive Entspannungstechnik nach dem Psychiater Prof. Johannes Heinrich Schultz. Hier werden die Gliedmaßen systematisch entspannt und dem Gehirn entsprechende Informationen übermittelt, sodass auch im Gehirn und den Gedanken "Ruhe" einkehren kann.

Trainiere jetzt deine Leichtigkeit!

Du musst dich also nicht deinen negativen Gefühlen fügen und Stress einfach so hinnehmen. Das individuell auf dich abgestimmte Trainingsprogramm greift auf all diese Methoden zurück, damit du in noch so stressigen Situationen gelassen und fröhlich bleiben kannst!